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Symptome

Headshaking - wie sieht das aus?
Es ist 'normal', dass Pferde, wenn von Insekten gestört, mit dem Kopf schlagen oder wenn sie aufgeregt oder frustriert sind (z.B. Rennpferde beim Start eines Rennens). Jedoch, ein Pferd ist ein Headshaker, wenn dieses Kopfschlagen ohne erkenntliche Ursache auftritt, beim Reiten oder anderer Arbeit oder frei laufend.
Das Ausmaß der Symptome ist von einem individuellen Pferd zum anderen sehr unterschiedlich.  Manche schlagen so gewaltig, dass Reiter und/oder Pferd in Gefahr geraten.  Einige Pferdebesitzer sind in der Lage, mit ihren HS Pferden zu leben, jedoch viele Pferde werden so gestresst und damit eine Gefahr für ihre Umwelt, dass sie eingeschläfert werden müssen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es von großem Nutzen, das Verhalten genau zu beobachten.  

TYPISCHE Symptome des Headshaking Syndroms

mehr oder weniger starkes, unbeabsichtigtes und explosives, horizontales oder kreisendes Kopfschlagen;

schnelles und kurzes Nicken wie durch Stromschlag;

"falten" der Oberlippe;

Kopfschlagen, als ob etwas in die Nüstern geriet;

extrem häufiges Schnauben; 

Kopfschlagen beim Auftrensen, Aufhalftern;

übersensible Nüstern bei Berührung;

mit der Nase am Boden entlang streichen, an Wänden, Objekten,
den eigenen Beinen;

zusammen pressen der Lippen;

reiben der inneren Oberlippe über scharfe Ecken und Gegenstände;

ständig mit der Zunge am "spielen", als ob etwas in den Zähnen sitzt;

klarer bis weißer Nasenausfluss; 

unwillig unter dem Reiter oder and der Hand vorwärts zu gehen;

schnell irritiert und angespannt;

von schreckhaft bis zur Panik;

schnell erschöpft; 

ungewöhnlich häufiges Liegen oder Ausruhen mit gesenktem Kopf;

Gewichtsverlust;

ständiges Scheuern am Kopf;


Zusätzliche Anzeichen

Beschützend in der Kopf und Nüsterngegend, z.B.: den Kopf unter dem  Schweif eines anderen Pferdes verstecken, in Wasser tauchen, im Dickicht  verstecken, sowie gegen Wände drücken;

generelle Hypersensibilität des Kopf und Genicks;

Husten;

Stolpern oder auch eine eigenartige Kopfhaltung;

Entzündete und/oder wässrige Augen;

verkrampfen der Nüstern;

Schwellungen und Haarverlust am Kopf  (welches auch vom ständigen Scheuern herrühren kann);

schweres Atmen;

 

All die obigen Symptome können zur Lethargie führen oder auch zu einem nervösen und unberechenbarem Pferd.
Die Konzentration und Turniereinsatzbereitschaft leidet. Denken Sie daran, dass das veränderte Verhalten und der Leistungsabfall ein Resultat dieser Erkrankung ist und das Pferd auf keinen Fall dafür bestraft werden sollte.

Vereinzelt können diese Symptome Anzeichen für eine weitere Erkrankung sein, oft durch das HS und dem damit geschwächten Immunsystem verursacht (z.B. Erkrankung der Atmungsorgane). 

Was empfindet das Pferd?

Wie der Mensch von leichtem Jucken über Sehstörungen bis hin zum Schmerz empfindet und leidet, so empfindet es auch das Pferd während einer Attacke oder auch in konstanten Ausmaßen.
Da die Headshaking Symptome mit vielen anderen Krankheiten verbunden sein können, ist es außerordentlich wichtig einen erfahrenen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Die möglichen 'Ursachen' werden im nächsten Kapitel genauer beschrieben. Es ist sehr wichtig, das Pferd nicht nur auf einen Verdacht zu untersuchen, z.B. Atmungsorgane, sondern gleichzeitig alle anderen Organe mit in die Untersuchung einzuschließen. Häufig, wenn ein Krankheitsherd erkannt und behandelt wurde, gehen die HS Symptome zurück; mittlerweile ist man bei dem idiopathischem, photischem und saisonbedingtem HS mit verschiedenen Mitteln sehr weit in der Heilung fortgeschritten.

Wie differenziert man HS  vom verhaltensbedingten Kopfschlagen?

Wie auch ein Tierarzt kann man als Besitzer mit dem Ausschlussverfahren feststellen, ob ein Pferd unter Headshaking leidet.

1. Shaked das Pferd nur unter dem Reiter? Passen Sattel und Trense korrekt zu diesem Pferd, drückt es vielleicht im Genick oder im Gesicht, am Widerrist? Evtl. den Sattler holen. 

2. Leidet Ihr Pferd am Gurtzwang? Dort kann sich ein sekundäres Syndrome "verstecken", auch der Gurtzwang gehört in die Sparte Neuralgie und wird aus Sicht der TCM als Störung des Milz/Magen Meridians erkannt. 

3. Shaked es zuerst gar nicht, aber beginnt nach der Aufwärmphase? Ein Grund das Nackenband und die Wirbelsäule untersuchen zu lassen.

4. Shaked Ihr Pferd mit Sattelzeug, aber ohne Reiter? Oder vielleicht nur an der Longe? Fängt es schon an Symptome zu zeigen, sobald es Arbeit erwartet? Anspannung kann hier ein Auslöser für HS sein.

5. Shaked Ihr Pferd, wenn Sie es nur mit Halfter reiten? Wenn nicht, TA holen, Zähne, Kiefer, Luftsack, Mundhöhle untersuchen lassen.

6. Lassen Sie versuchsweise auch mal den Nasenriemen weg, reiten mit Gebiss, shakt es immer noch? Wenn nicht, TA holen, mögliche Untersuchung: mit Eingabe von Antihistaminen testen, Nebennasenhöhlen untersuchen.

7. Tritt HS auf, wenn es frei läuft oder gar auf der Weide? Manche Pferde shaken nur auf der Weide. 
Testen Sie daher auch an der Longe oder beim Freilaufen, ob das HS ohne Zaumzeug und ohne Sattel auftritt.

8. Shaked es unter einem Fremdreiter, der es mehrmals geritten hat? Nein? Beraten Sie sich mit einem guten Ausbilder, lassen sie zudem den Rücken untersuchen, Blockaden entstehen rasch.

9. Shaked es mit Nasennetz oder probeweise mit einem Stück Perlonstrumpf über die Nüster gezogen? Wenn nicht, leidet es sehr wahrscheinlich unter HS. 

10. Shaked Ihr Pferd nur zu einer bestimmten Jahreszeit , wenn Sie eine bestimmte Strecke ausreiten? Wenn ja, notieren Sie sich die dort wachsenden Pflanzen, speziell solche die in Blüte stehen. HS kann durch Allergien mit ausgelöst werden.

11. Shaked Ihr Pferd bei Beginn der warmen Jahreszeit? Dann könnte der Melatoninspiegel der Auslöser sein.

13. Reagiert Ihr Pferd Winter wie Sommer auf starke Lichtreizungen? Probieren Sie mit einer Lichtschutzmaske zu reiten. Hört das HS auf, leidet Ihr Pferd unter photischem HS oder der sog. Sonnenallergie. Lassen Sie es nur im Dunkeln auf die Weide; stoppt das HS, ist der Fall ziemlich abgeklärt, der opthalmische Zweig des Trigeminus Nerven ist geschädigt. Weitere Untersuchungen sind jedoch gerade in Deutschland vonnöten, um festzustellen, ob vielleicht sogar eine Infektion durch den Bornavirus besteht, der die Retina schädigt.

Juli 2004 

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